Nachwuchs in der Tattoo-Szene: Lea & Ben aus Pilsen
Pilsen ist nicht nur für sein weltberühmtes Bier bekannt, sondern auch für seine kreative Szene, die von Streetart über Design bis hin zu Tattoo-Kunst reicht. In der tschechischen Tattooszene wird die Stadt immer wieder als kleiner Hotspot genannt: Zahlreiche begnadete Künstlerinnen und Künstler prägen hier seit Jahren die Szene, doch auch junge Talente stoßen kontinuierlich hinzu. Es ist dieser Mix aus Erfahrung und frischem Enthusiasmus, der die Stadt spannend macht – und genau hier treffen wir Lea und Ben, zwei Nachwuchskünstler, die gerade ihre ersten Schritte in der Tattoo-Welt gehen.
Lea, früher Webdesignerin und Grafikerin, wollte mehr als nur am Bildschirm arbeiten. „Tattoos sind für mich die perfekte Verbindung von Kreativität und Handwerk. Man gestaltet etwas, das wirklich bleibt – und das ist unglaublich befriedigend“, sagt sie. Ben, der ebenfalls aus dem Medienbereich kommt, stimmt zu: „Ich wollte praktisch arbeiten, etwas mit den Händen schaffen, nicht nur am PC sitzen und Grafiken erstellen. Tattoos verbinden für mich Technik, Kreativität und den direkten Kontakt zu Menschen – das hat mich seit meiner Teenagerzeit gereizt. Ich hätte mit 15 alles für ein Tattoo getan."
„Alles ist neu – und genau das macht es spannend“
Die beiden stehen heute noch ganz am Anfang ihrer Ausbildung, doch die Begeisterung ist spürbar. „Die Maschinen, die Techniken, die Haut – alles fühlt sich anders an als auf Papier oder Bildschirm. Und genau das ist das Spannende“, sagt Lea. Ben nickt: „Du trägst Verantwortung. Jede Linie bleibt für immer. Man darf keine Abkürzungen nehmen – man braucht Talent, Disziplin und Respekt, und das motiviert.“
„Lea möchte die Welt bereisen, Ben sein eigenes Studio eröffnen“
Während Lea davon träumt, irgendwann als Gasttätowiererin in Studios auf der ganzen Welt zu arbeiten, plant Ben, sein eigenes Studio zu eröffnen – vielleicht sogar in Italien. Doch zunächst sammeln beide Erfahrungen in Pilsen und in Brno´: lernen, experimentieren und den eigenen Stil finden und entwickeln. „Man lernt nie aus“, sagt Lea. „Und jeder Kunde bringt etwas Neues, jede Haut, jede Geschichte ist anders. Und auch jeder Künstler arbeitet anders. Ich fühle mich oft, wie ein Schwamm, der alles aufsaugt.“
„Tattoos sind Verbindung, Ausdruck und Verantwortung“
Für die beiden jungen Künstler sind Tattoos weit mehr als nur Bilder auf der Haut. „Du gestaltest nicht nur ein Bild, du gibst jemandem eine Geschichte, ein Gefühl, etwas, das bleibt“, sagt Lea. Ben ergänzt: „Es ist die Vielfalt, die es spannend macht. Kein Tag ist wie der andere, und du siehst direkt, wie Menschen auf deine Arbeit reagieren – das ist Motivation pur.“
„Die Szene ist offen, inspirierend und lebendig“
Trotz ihres jungen Alters fühlen sie sich bereits willkommen in der Tattoo-Community. „Man merkt, dass die Szene zusammenhält und Neulinge unterstützt“, sagt Lea. „Dass stimmt, vor allem auf den Conventions ist man eine große Familie“, ergänzt Ben, der heuer auf einigen Messen in Deutschland dabei sein wird.

